Freitag, 19. Oktober 2018
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Gründerfamilie kauft BioManufaktur ELM zurück Drucken

„BioContor ELM“ entwickelt sich in Jahresfrist auf rapidem Wachstumskurs

Paukenschlag in Flieden: Die Gründerfamilie kauft den Produktionsbereich der „BioManufaktur ELM“, die vor einigen Wochen zum zweiten Mal Insolvenz anmelden musste, wieder zurück. Als „Familien-Start-Up“ waren Geschäftsführerin Ramona Elm und ihr Vater Harald Elm in den Monaten zuvor zurück zu ihren Wurzeln gekehrt – und mit dem neugegründeten „BioContor ELM“ auf rapidem Wachstumskurs.

Familien-Start-Up: Harald und Ramona Elm sind in ihrem Element. (Foto: BioContor ELM)Die Kelterei ELM war nach einer Insolvenz vor mehreren Jahren von einem Investor übernommen worden, die Gründerfamilie stieg dann nach und nach aus dem Unternehmen aus, da man sich über die strategische Ausrichtung der Firma nicht einig wurde. Während die zwischenzeitlich in „Bio Manufaktur ELM“ umbenannte Kelterei kürzlich erneut Insolvenz anmelden musste, boomt der nur wenige hundert Meter weiter beheimatete „BioContor ELM“ regelrecht.

Es versprüht etwas Start-Up-Flair, wenn man die Gründerfamilie in der Fliedener Reinhardstraße besucht: Moderne Technik in alten Räumen. Vor 60 Jahren wurde hier der Grundstein für die damalige Kelterei ELM gelegt, heute sind Geschäftsführerin Ramona Elm und ihr Vater Harald Elm dort wieder in ihrem Element.

Harald Elm hat hier ein Netzwerk mehrerer Keltereien aufgebaut, die jeweils auf bestimmte Produkte und Produktionstechniken spezialisiert sind. Aus Flieden liefert der Diplom-Ingenieur für Getränketechnologie das Know-How und mehr als 30 Jahre Branchenerfahrung. „Nach dem Ausscheiden aus unserem damaligen Betrieb wollte ich ursprünglich der Branche den Rücken kehren. Nach wenigen Wochen aber kamen bereits zahlreiche Anrufe von Kollegen, die zu verschiedenen Fragen und Problemen Hilfestellung benötigten. In dem knappen Jahr seit Gründung hat sich unser BioContor quasi von null auf hundert entwickelt“, erklärt Harald Elm. Binnen Jahresfrist wurden Umsätze erreicht, die über den Zahlen des „alten“ Unternehmens lagen.

Das junge Unternehmen steht dabei auf zwei Standbeinen: Zum einen die Produktentwicklung und Qualitätssicherung (mit eigenem Labor) für Partner wie beispielsweise die Beerenobstgemeinschaft Rhön-Vogelsberg, Dienstleistungen wie Zertifzierungen nach IFS- oder Bio-Standards und die Beratung beim Aufbau neuer Fertigungsanlagen und ähnlichem. Zum anderen die Sicherung heimischer Streuobstbestände mit Biokontrollsystem und der Aufbau einer eigenen Vermarktungsschiene. „Wir produzieren regional in kleinen Strukturen und bedienen damit Nischen in kleinen Chargen mit hohem Fachwissen. Kunden suchen gezielt nach uns, weil sie unsere Qualität und das Fachwissen zu schätzen wissen“, erklärt Diplom-Ingenieur Elm.

Von der erneut insolventen BioManufaktur wurde nun der Produktionsbereich „zurück“ gekauft und bereits ins neue Keltereien-Netzwerk integriert. Dabei wurden auch die Mitarbeiter aus diesem Bereich übernommen. Der Verwaltungsbereich verbleibt in den Händen des Insolvenzverwalters.

Aktuell laufen die Arbeiten bereits wieder auf Hochtouren: Durch das warme Frühjahr ist das heimische Streuobst unbeschadet durch die Blüte gekommen, die Bäume hängen voll, es zeichnet sich eine sehr gute Apfelernte ab. Von Flieden aus werden die Apfelannahmestellen und die Logistik koordiniert, im BioContor ELM und den Partner-Keltereien verarbeitet. Dafür wurde ein neues Bio-Zertifizierungssystem eingerichtet, damit die heimischen Obstbauern wie gewohnt ihr Streuobst im Lohnmosttausch an den bekannten Annahmestellen in der Rhön und der Region abgeben können.

11.10.2018

 
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