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Nachrichten 18.04.2011

Russischer Saftmarkt wuchs 2010 um 6 bis 7 %

Nach Einschätzung von Experten konnte der Markt für Säfte in Russland 2010 nach deutlichem Rückgang in den Vorjahren um 6 bis 7 % zu legen. Der Zeitraum 2005 bis 2007 war von einem stürmischen Anstieg der Produktion und der Nachfrage bei Säften gekennzeichnet. In den Jahren 2008 und 2009 folgte dann ein Einbruch. 2010 kann […]

Nach Einschätzung von Experten konnte der Markt für Säfte in Russland 2010 nach deutlichem Rückgang in den Vorjahren um 6 bis 7 % zu legen. Der Zeitraum 2005 bis 2007 war von einem stürmischen Anstieg der Produktion und der Nachfrage bei Säften gekennzeichnet. In den Jahren 2008 und 2009 folgte dann ein Einbruch. 2010 kann man als Jahr der Wiederherstellung bezeichnen. Trotz eines Wachstums des Marktes um rund 6 % im letzten Jahr konnte das Niveau von vor der Krise noch nicht wieder erreicht werden. Nach Informationen des Verbandes der russischen Saftproduzenten (RSPS), der Safthersteller vereint, die rund 90 % der russischen Produktion erbringen, lag die Safterzeugung 2010 bei 2,957 Mrd. Liter, ein Plus von 7,4 % gegenüber 2009. 2009 war die Erzeugung von 3,156 Mrd. Liter aus 2008 um 12 % auf 2,754 Mrd. Liter zurück gegangen. In den Jahren 2006 und 2007 war die Safterzeugung dagegen um 21 % bzw. 12 % gestiegen. Nach Aussagen der Präsidentin des RSPS, Frau Ivanova, wird das Wachstumstempo der Vorkrisenperiode  so schnell nicht wieder erreicht. 2010 war ihrer Meinung nach ein gutes Jahr, aber schon für 2011 und 2012 sind Prognosen nicht ganz einfach. Jährliche Zuwachsraten von 15 %, wie es sie vor der Krise gab, wird man, weil mittlerweile der Markt eine gewisse Sättigung erfahren hat, nicht wieder erreichen. Bereits jetzt liegt der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in Russland bei 20 l/a.

2010 wurden nach Frau Ivanova 95 % des gekauften Saftes in Russland erzeugt und die restlichen 5 % waren Importe. 1990 noch war die Relation umgekehrt, jedoch auch der Pro-Kopf-Verbrauch deutlich geringer.

Auch heute muss noch ein großer Teil der Rohstoffe eingeführt werden. Die betrifft sowohl Apfelsaftkonzentrat wie auch Rohware oder Konzentrate  von Zitrus- und Südfrüchten.

Für die Herstellung von Apfelsaft müssen entweder Rohwarepartien oder ASK mit anderen Säuregraden eingeführt werden als die, die in Russland selbst erzeugt werden können. Auf die russische Rohware entfallen rund 40 % des Bedarfs.

Spezialisten großer Saftproduzenten sind der Meinung, dass die russische Safterzeugung noch immer nicht ausreichend groß genug ist, um den Inlandsbedarf zu decken. 2010 wurde dies noch durch eine außerordentliche Hitze- und Trockenheitsperiode gefördert. 23 Unternehmen sind Mitglied des Verbandes (RSPS). Von den 90 % der gesamten in Russland erzeugten Saftmenge, die durch die Mitgliedsbetriebe hergestellt werden, entfallen 30 % auf das Unternehmen Lebedjanskij, 22 % auf „WimmBillDann“, 20 % auf „Multon“, 10 % auf „Nidan“, 8,5 % auf „Die Gärten des Dons“, 4 % auf „Interagrosysteme“ und 3,5 % auf „Progress“. 80% des russischen Saftmarktes haben die Unternehmen PepsiCo und Coca-Cola auf sich vereinigt. Zu Coca-Cola gehören die einstigen russischen Unternehmen „Nidan“ und „Multon“, dagegen sind „Lebedjanskij“ und „WimmBillDann“ Teil von PepsiCo.

Nach Meinung von Ivanova führt die Monopolisierung des russischen Saftmarktes gegenwärtig nicht zu Qualitätseinbußen oder Preisanstiegen. Man muss aber die Rohware-/Rohstoffsituation weiter unter Beobachtung haben.

18.04.2011

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