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So trinkt Österreich: Der orderbird Getränke-Index 2022

Letztes Jahr lockten die langsam wegfallenden Beschränkungen und milden Temperaturen viele Menschen zurück in die Restaurants, Bars und Cafés. Neben den üblichen Verdächtigen wie Kaffee, Wasser und Bier erfreute sich vor allem ein Getränk im zweiten Jahr in Folge …

So trinkt Österreich: Der orderbird Getränke-Index 2022
orderbird Getränke-Index 2022 bleibt Aperol Spritz weiterhin Spitzenreiter (Foto orderbird)

Letztes Jahr lockten die langsam wegfallenden Beschränkungen und milden Temperaturen viele Menschen zurück in die Restaurants, Bars und Cafés. Neben den üblichen Verdächtigen wie Kaffee, Wasser und Bier erfreute sich vor allem ein Getränk im zweiten Jahr in Folge an großer Beliebtheit: Spritzgetränke, wie der Aperol Spritz, sorgten in Österreich für die meiste Erfrischung. Welche weiteren Getränke im vergangenen Jahr am häufigsten bestellt wurden, hat orderbird, ein führender Anbieter für Kassensysteme in der Gastronomie, genauer untersucht. Hierfür hat das Unternehmen die anonymisierten Daten von über 750 gastronomischen Betrieben in Österreich für die Jahre 2020 bis 2022 ausgewertet und einige spannende Entwicklungen für alkoholische und nicht-alkoholische Getränke aufgedeckt.

Neben Einblicken darüber, welche alkoholischen Drinks die meisten Gläser füllen konnten, zeigen die Daten auch, welche Heißgetränke, die meisten Herzen erwärmt haben und bei welchen Durstlöschern man 2022 deutlich tiefer in die Tasche greifen musste als noch in den Jahren zuvor.

Teuer macht lustig – Bier bleibt das beliebteste Standardgetränk

Egal ob Feierabendbier, als kühle Erfrischung an einem heißen Tag oder beim geselligen Beisammensein – dem Bier kann so schnell keiner das Wasser reichen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Mit 28,9 % machte Bier im letzten Jahr mit Abstand die meisten Getränkebestellungen in Österreich aus. Dahinter folgen Kaffee-Getränke mit 14,5 % und Wasser mit nur 8,2 %. Das Erstaunliche daran: Neben dem Titel als beliebtestes nicht-alkoholisches Getränk ist das alkoholfreie Bier mit durchschnittlich 4,06 EUR auch gleichzeitig das teuerste “Standardgetränk”. So hat sich der Preis für eine kühle Auszeit im Jahr 2022 um 6,3 % verteuert. Ein Grund dafür könnte der Kohlensäuremangel als Folge der Energiekrise sein, der vielen Brauereien zu schaffen macht. Dass Hopfen und Malz jedoch noch nicht verloren sind, zeigen die Preisentwicklungen für Bierspezialitäten: Im Gegensatz zum klassischen Bier sind die Preise hier gesunken. Schnäppchenjäger*innen können mit einer Preissenkung von – 10,4 % Bockbier trinken. Alternativ greifen sie auf Landbier zurück, welches – 5,4 % weniger kostet, oder probieren mit dem um 0,9 % günstigeren Malzbier die alkoholfreie Variante aus. Ganz anders wiederum sieht es beim Wasser aus: Ganz egal, ob still oder spritzig, seit 2020 sind die Preise für ein Wasser um 15,4 % gestiegen. Allein von 2021 auf 2022 ist das kühle Nass um 10,3 % teurer geworden und landet mit einem Preis von etwa 3,30 EUR auf dem Preisniveau von einem Kaffee und einer Cola. Diese Entwicklung zeichnet sich bei allen Getränken ab: Während der Getränkepreis in den Jahren 2020 und 2021 moderat stieg, gab es im letzten Jahr die höchsten Preisanstiege – dies ist auf die Inflationsentwicklung zurückzuführen.

Orange, orange, orange sind alle meine Gläser: Aperol Spritz bleibt weiterhin Spitzenreiter

Auch dieses Jahr wurde es wieder spritzig: Mit 62,0 % hatten Spritzgetränke wie der Aperol Spritz 2022 die Nase vorn. Dahinter folgen Likör-Cocktails (4,1 %), Mojito (3,8 %), Wodka-Cocktails (3,5 %) und Negroni (3,2 %). Beim letzteren ist allerdings nicht nur der Geschmack bittersüß, sondern auch der Preis. So hat der italienische Cocktail mit einem durchschnittlichen Preis von 10,32 EUR als einziger Top-Cocktail die 10 EUR -Marke überschritten. Damit ist der Negroni jedoch nicht der einzige Cocktail, der den Geldbeutel schlanker werden lässt: Der Preisanstieg von 2021 auf 2022 ist mit 19,8 % bei den Likör-Cocktails insgesamt am höchsten. Freuen hingegen konnten sich alle Liebhaber*innen der Spritzvarianten, denn mit 5,31 € waren die Spritz-Getränke unter den Top 5 Cocktails die günstigsten.

Long Drinks sorgten für lange Nächte

Neben den Cocktails kamen letztes Jahr auch die Longdrinks nicht zu kurz. Dabei war der Gin Tonic mit 23,9 % der beliebteste Longdrink. Dahinter folgen Eristoff Ice (15,8 %), Rum Cola (14,5 %), Whisky Cola (6,9 %) und Wodka Energy (6,5 %). Dabei ist der Favorit Gin Tonic mit durchschnittlich 8,61 EUR der teuerste Drink – zum Vergleich: Ein Eristoff Ice kostet die durstigen Österreicher*innen mit 4,22 € weniger als die Hälfte. Dazu kommt, dass die gern getrunkene Wodka-Variante als einziger der Top 5 Longdrinks eine durchschnittliche Preisminderung von 7,1 % von 2021 auf 2022 verzeichnete. Dagegen sorgten andere Klassiker nach einer langen Nacht eher für längere Gesichter beim Blick auf die Rechnung: Whisky Cola kostete 9,0 % mehr und die Preise für Wodka Energy stiegen um 6,4 %. Den höchsten Preisanstieg von 2021 auf 2022 hatte allerdings Rum Cola mit 14,9 %.

Cappuccino in Österreich beliebter als die Wiener Melange

Egal ob mit oder ohne Milch – Kaffee hat in all seinen Varianten einen festen Platz bei den Österreicher*innen. Neben dem einfachen Kaffee erfreut sich der Cappuccino großer Beliebtheit und macht 4,2 % aller Bestellungen für Heißgetränke aus. Mit etwas Abstand und 3,2 % folgt der Espresso, der gern nach dem Essen oder um dem Mittagstief entgegenzuwirken getrunken wird. Auch der Tee hat sich seinen Platz auf dem Treppchen verdient und schafft es mit 1,8 % erstaunlicherweise sogar noch vor die weltbekannte Wiener Melange und den Latte Macchiato mit jeweils 0,9 %.

Zusammenfassung und Ausblick auf die Saison 2023

Der Aperol Spritz und seine Varianten führen die Auswertung der beliebtesten Cocktails weiterhin an. Es ist gut möglich, dass Spritzgetränke aufgrund der gestiegenen Preise unter den Likörcocktails in 2023 weiterhin auf dem Siegertreppchen bleiben. Zudem wird es in dieser Saison spannend zu beobachten sein, wer im kommenden Jahr unter den Longdrinks das Rennen macht: Bleibt der Gin-Tonic Spitzenreiter oder ziehen andere – vielleicht günstigere Longdrinks – an ihm vorbei? Bier, Kaffee und Wasser dürfen bei den Getränkebestellungen in Österreich nicht fehlen. Wie sich die Getränkepreise entwickeln werden, wird sich zeigen und ist natürlich auch stark an das Inflationsgeschehen gekoppelt.

Methodik
Für die Ergebnisse wurden anonymisierte Daten der Jahre 2020 bis 2022 von über 750 gastronomischen Betrieben in Österreich, die Kassensysteme von orderbird nutzen, intern ausgewertet und aufgearbeitet.

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