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Nachrichten 29.07.2026

Innovatives Testverfahren: Hoch stapeln ohne Risiko

Die rund 400 mittelständischen Brauereien und sechs- bis achthundert Produzenten von Mineralwasser und Softdrinks bundesweit lagern ihre Mehrwegkästen traditionell auf Europaletten, meist drei übereinander. Kommt platzsparend eine vierte hinzu, drohen druckbedingt …

Innovatives Testverfahren: Hoch stapeln ohne Risiko
Paul Rothe, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der VLB-Verpackungsprüfstelle, testet einen Mehrweggetränkekasten unter realen Lastbedingungen (Quelle: VLB)

Die rund 400 mittelständischen Brauereien und sechs- bis achthundert Produzenten von Mineralwasser und Softdrinks bundesweit lagern ihre Mehrwegkästen traditionell auf Europaletten, meist drei übereinander. Kommt platzsparend eine vierte hinzu, drohen druckbedingt im unteren Bereich möglicherweise Bruch und Verluste. Präventive Stabilitäts-Tests im Prüflabor waren bislang aufwändig und dauerten bis zu vier Wochen – zu lang für Kasten-, Getränkeproduzenten, Logistiker und für den Handel.

Das Forschungsinstitut für Management und Getränkelogistik (FIM) der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (vlb-berlin.org) suchte und fand eine inzwischen bereits patentierte optisch-taktile Alternative: Nur noch sechs bis 12 gestapelte Kästen werden gebraucht, um durch Messungen und Hochrechnung binnen einer Woche das Stauch- und Verformungsverhalten der Behältnisse vorauszusagen. „Auftraggebern von jährlich rund 50 Test allein bei uns können wir nun schneller und günstiger verlässliche Ergebnisse liefern“, freut sich Ingo Pankoke, Instituts- und Projektleiter am FIM. Der Paletten-Wirktest bewährt sich nach seinen Worten bei Neuprodukten ebenso wie bei der Prüfung von Alterungseffekten im häufig langjährig strapazierten Bestand.

Die vor über 140 Jahren gegründete VLB ist Mitglied der gemeinnützigen Industrieforschungsgemeinschaft „Konrad Zuse“, zu der sich branchenübergreifend 80 besonders praxisnahe Forschungseinrichtungen mit rund 5000 Mitarbeitern zusammengeschlossen haben. Sie arbeiten als engagierte Knowhow-Geber und Transferpartner für den Mittelstand. Oft mit Unterstützung durch Fördermittel von Bund und Ländern treiben die Zuse-Institute jährlich für und mit rund 17000 kleinen und mittleren Unternehmen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben wie den Paletten-Test voran.

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