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Nachrichten 20.09.2010

Zeit für die Holunderernte

Von Mitte August bis Ende September wird in Deutschland Holunder geerntet. In den letzten Jahren rückt diese Beerenfrucht mehr und mehr aus dem Schattendasein und wird zu einem wirtschaftlichen Produkt in der Landwirtschaft aufgebaut. Die Beeren sind tiefschwarz. Die Stiele der Dolden sind rot. Das ist eines der Zeichen, dass der Holunder reif ist. Hier […]

Von Mitte August bis Ende September wird in Deutschland Holunder geerntet. In den letzten Jahren rückt diese Beerenfrucht mehr und mehr aus dem Schattendasein und wird zu einem wirtschaftlichen Produkt in der Landwirtschaft aufgebaut.

Die Beeren sind tiefschwarz. Die Stiele der Dolden sind rot. Das ist eines der Zeichen, dass der Holunder reif ist. Hier ist „Manpower“ und Handarbeit gefragt. Wegen der intensiven Farbe der Beeren tragen die Erntehelfer Handschuhe. Vorsichtig schneiden sie die Dolden heraus. Da ein Strauch viele Dolden trägt, ist der Eimer schnell voll und wird behutsam in die Erntekisten ausgeleert. Dabei wird darauf geachtet, dass nicht zu viele Früchte in einer Kiste sind. Sonst können sich die empfindlichen Beeren durch ihr Eigengewicht zerdrücken. Bei Martin Ritter, Bio-Landwirt aus Ostheim, wird die Ernte einmal pro Tag direkt von der Kelterei Elm abgeholt und dort weiterverarbeitet. Das ist besonders wichtig, denn bei diesen Früchten setzt sehr schnell die Schimmelbildung und eine leichte Gärung ein. Grund dafür ist, dass die kleinen Beeren sehr viel Saft enthalten und im Verhältnis zu ihrem Volumen eine enorm große Oberfläche aufweisen, auf der sich von Natur aus schnell zahlreiche Sporen und Keime ansiedeln. Zwei Tage hintereinander wird ein Feld bearbeitet, bevor die noch grünen Dolden weiter reifen können.

Zwei Sorten stehen bei der Holunderproduktion im Fokus. Sampo ist die frühe Sorte, sie wird schon seit Mitte August geerntet. Mit der späteren Haschberg wurde in diesen Tagen gestartet. Martin Ritter ist einer der größten Erzeuger dieser Doldenfrucht in Deutschland. Als Pionier im Holunder-Anbau profitieren nicht nur seine Kollegen von seinem Erfahrungsschatz. Auch Hobby-Gärtner wenden sich mehr und mehr an ihn. Ein Grund mehr für den 41-jährigen, noch enger mit Peter Kowalsky, Geschäftsführer der BIONADE, zusammenzuarbeiten. Per Webcam auf der Internetseite des Ostheimer Unternehmens www.bionade.de können Interessierte die Entwicklung von Ritters Holunder während des ganzen Jahres verfolgen. Im Rahmen des Projekts „Bio-Landbau Rhön“ engagiert sich Martin Ritter gemeinsam mit Bionade für den Anbau dieser Beerenfrüchte und treibt ihn voran.

Erntevorschau
Die Holunderernte ist besonders abhängig vom Wetter. Ist es zu feucht, schimmeln die Beeren schnell. Hat es einige Wochen nicht geregnet, sind die Beeren klein und bringen ebenfalls nicht die erwartete Saftmenge. Doch Martin Ritter ist zuversichtlich. Er rechnet in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Ernte: „Natürlich müssen wir die Ernte erst komplett abwarten, bevor wir genau sagen können, wie viel Holunder in diesem Jahr an den Sträuchern hingen. Aber wir erwarten insgesamt etwa 25 bis 30 Tonnen.“

20.09.2010

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