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Nachrichten 19.03.2013

Bier Verpackungstrend

Bier Mehrweg verliert über 2 Millionen HL Was für die einen ein Fluch ist, ist für die anderen ein Segen. Viele Brauereien schenkten Einwegverpackungen nach der Einführung des Pflichtpfandes keine Aufmerksamkeit mehr. Sie konzentrierten sich hauptsächlich auf Mehrwegglasverpackungen. Ein Fehler, wie sich immer mehr herausstellt. Denn der Abwärtstrend der Mehrwegglasflasche bei Bier setzt sich kontinuierlich […]

Bier Mehrweg verliert über 2 Millionen HL

Was für die einen ein Fluch ist, ist für die anderen ein Segen. Viele Brauereien schenkten Einwegverpackungen nach der Einführung des Pflichtpfandes keine Aufmerksamkeit mehr. Sie konzentrierten sich hauptsächlich auf Mehrwegglasverpackungen. Ein Fehler, wie sich immer mehr herausstellt. Denn der Abwärtstrend der Mehrwegglasflasche bei Bier setzt sich kontinuierlich fort. Gewinner sind PET-Flaschen und die Getränkedose. Auch innovative Hoffnungsträger, wie Kleinkästen oder Multipacks sind beim Verbraucher im Sinne der Haushaltsentwicklung in Richtung Kleinhaushalte sehr beliebt. Aber dies reicht bei weitem nicht aus, um die Verluste im Mehrweggeschäft aufzufangen.

Brauereien, welche Einwegverpackungen in ihrer Ausrichtungsstrategie berücksichtigt haben, profitieren hiervon. Nicht nur, dass es gelingt, den eigenen Mehrwergverlust aufzufangen, teilweise wachsen diese gemäß dem Markttrend überproportional.

Die Firma CIS Consulting stellte dies anhand der neuesten A. C. Nielsen Daten fest. Betroffen ist hierbei insbesondere der Kernmarkt, d. h. Lebensmittelhandel, Getränkeabholmärkte und Tankstellen. Der Kernmarkt steht für rund 61,5 Mio. HL Bier, das entspricht 64 Prozent des Gesamtmarktes in Deutschland.

2009 verzeichnet Mehrweg Glas noch einen Marktanteil von 89,2 Prozent bei 55,1 Mio. HL. 2012 liegt der Anteil bei nur noch 86,6 Prozent und 52,8 Mio. HL. Das entspricht einem Verlust von 2,3 Mio. HL bzw. 4,1 Prozent. Enorm, betrachtet man die Zeitspanne von nur vier Jahren.

Immer noch das beliebteste Zweitgebinde ist PET mit einem Marktanteil in 2012 von 9,2 Prozent bei 5,6 Mio. HL. Zwar gehen die Verbrauchermeinungen hier auseinander, weil viele der Meinung sind, PET passe nicht zur Bierkultur, aber das Wachstum spricht für sich. Experten gehen davon aus, dass das Wachstum vor allem auf den Billigsektor zurückzuführen sei, welcher hauptsächlich von den Discountern dominiert werde.

Die Getränkedose ist klarer Wachstumsgewinner. Von 2009 auf 2012 legte das Gebinde  63,8 Prozent zu. Mit einem Marktanteil von 3,6 Prozent bei 2,2 Mio. HL kann man hier schon lange nicht mehr von einer Nische sprechen. Beim Discounter Penny liegt der Absatzanteil der Bierdose bereits bei 14,9 Prozent, REWE folgt mit 7,8 Prozent Dosenanteil im Biersegment. Auch Kaufland entschied sich im letzten Jahr zur Listung der Dose. Nur die beiden Hard-Discounter ALDI und LIDL sträuben sich noch hinsichtlich des Verkaufs von DPG Pfanddosen, auch wenn der Absatz von pfandfreien Dosen, wie z. B. im Wein- und Weinmischbereich, spürbar wächst.

Einwegglas legt leicht zu, ist aber nach wie vor ein Randgebinde. 2012 werden 345.000 HL abgesetzt. Diese Menge ist hauptsächlich auf die Eigenmarke von LIDL zurückzuführen.

Die Angst bei den Brauern ist groß. Im alkoholfreien Segment und vor allem im Bereich Wasser dominieren längst die Einwegverpackungen, hauptsächlich durch einen starken PET Flaschenanteil. War doch der Bierbereich klar von Mehrwegflaschen belegt, kommen langsam Zweifel auf, ob der Verbraucher sich nicht auch bei Bier tendenziell immer mehr zum Einweg hinbewegt. Produktionsanschaffungen in neue Füllanlagen stellen besonders für kleinere Brauereien ein Problem dar, diese müssen aber nicht unbedingt getätigt werden. Mittlerweile gibt es auch für Kleinmengen, z. B. bei der Getränkedose, flächendeckend verschiedene Lohnabfüllpartner, die unterstützen. Vorzugsweise für den Export macht eine solche Lösung aus wirtschaftlicher Perspektive Sinn.  Auf jeden Fall sieht es auch in Zukunft danach aus, dass vor allen Dingen die Zweigleisigkeit im Markt gefragt ist, um möglichst viele Zielgruppen und Käuferreichweite abdecken zu können.

19.03.2013

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