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Nachrichten 01.04.2014

Streuobst an Kindergärten und Schulen gewünscht

Vermarkter fordern faire Preise und Abschaffung der EU-Normen 25 Euro je 100 kg Mostobst aus dem Streuobstbau – das forderten die Streuobstvermarkter auf ihrem 4. Bundesweiten Treffen in Kassel. Die rund 100 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet verabschiedeten eine Resolution, in der sie neben fairen Preisen für Mostobst 15 Forderungen an die Politik richteten. Als […]

Vermarkter fordern faire Preise und Abschaffung der EU-Normen

25 Euro je 100 kg Mostobst aus dem Streuobstbau – das forderten die Streuobstvermarkter auf ihrem 4. Bundesweiten Treffen in Kassel. Die rund 100 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet verabschiedeten eine Resolution, in der sie neben fairen Preisen für Mostobst 15 Forderungen an die Politik richteten. Als neuen Schwerpunkt definierten die Streuobst-Experten die Bewerbung und Verwendung von Streuobst als Tafelobst insbesondere in Kindergärten und Schulen.

Mitveranstalter der Tagung mit Referenten auch aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden war die Streuobst-Initiative Kassel Land (SILKA), die ihre Getränke mit dem NABU-Qualitätszeichen für Streuobstprodukte vermarktet. Unter dem Titel „Neue Wege – neue Chancen – Streuobst im Trend der Zeit“ gab es eine Menge neuer Erkenntnisse: In der Schweiz nimmt seit zwei Jahren die Anzahl der Hochstamm-Obstbäume wieder zu. In Österreich sind faire Preise mit 25 bis 30 Euro je 100 kg Streuobst inzwischen Standard. Und in Deutschland gibt es inzwischen rund 14.000 Hektar Bio-Streuobstbestände – rund die vierfache Fläche der Bio-Flächen im Plantagenobstbau.

„Als neues Thema haben wir die gesunde Ernährung mit Streuobst an Kindergärten und Schulen ins Visier genommen“, so Dr. Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschuss Streuobst. „Obst ist ein wichtiger Beitrag zur gesunden Ernährung. Aber viel zu oft erhalten Kinder und Jugendliche Äpfel aus den niederstämmigen Plantagen, obwohl es doch leckere, vielfältige und gesunde Äpfel und Birnen aus den Streuobstwiesen gibt.“ Bei der Umsetzung des EU-Schulobstprogrammes sollten die Bundesländer beispielsweise mit den Kommunen, Kindergärten und Schulen für die Verteilung von Streuobst werben. Sorten wie Roter Berlepsch haben einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt und Sorten wie die Ananasrenette machen deutlich, dass die Geschmacksvielfalt aus Streuobstwiesen sehr viel vielfältiger ist als die Einheitsware aus den Supermärkten.

„Naturtrüber Apfelsaft aus Direktsaft enthält viel mehr Polyphenole als klarer Saft. Damit tragen die von den Streuobst-Vermarktern verwendeten naturtrüben Säfte und Apfelschorlen zum Schutz vor Darmkrebs und anderen Krankheiten bei“, betont Dierk Schwedes von der SILKA. Die Kasseler Streuobst-Initiative gehört zu den über 100 Vermarktungsinitiativen, die den Streuobst-Bewirtschaftern einen Aufpreis dafür bezahlen, dass dies ausschließlich Obst von Hochstämmen anliefern, bei denen keine synthetischen Pestizide eingesetzt werden.

Weitere Forderungen der Streuobst-Vermarkter waren das Abschaffen der EU-Qualitätsnormen für Äpfel und Birnen, die garantierte 30-jährige Pflege für alle Neuanlagen im Rahmen so genannter Ausgleichsmaßnahmen, die Unterschutzstellung von Streuobstbeständen und die Integration von Streuobst als Essobst in die Beratung bei Ernährungszentren und Ernährungsberatern.

01.04.2014

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