Insgesamt keine Erholung für die safthaltigen Getränke
Von hoher Qualität, gesund und lecker, gern auch aus dem Obst der heimischen Wiese hergestellt – das sind mittlerweile bei vielen Verbrauchern die entscheidenden Einkaufs-Argumente, der Preis allein steht nicht mehr im Vordergrund, wenn es um Saft und Nektar geht. Dennoch gab es für den Markt der safthaltigen Getränke auch im letzten Jahr keinen Aufschwung. […]
Von hoher Qualität, gesund und lecker, gern auch aus dem Obst der heimischen Wiese hergestellt – das sind mittlerweile bei vielen Verbrauchern die entscheidenden Einkaufs-Argumente, der Preis allein steht nicht mehr im Vordergrund, wenn es um Saft und Nektar geht.
Dennoch gab es für den Markt der safthaltigen Getränke auch im letzten Jahr keinen Aufschwung. Preiserhöhungen, die Diskussion um den Zuckergehalt und die große Zahl an attraktiven und innovativen Getränken aus anderen Segmenten machten insbesondere dem Saft das Leben schwer.
Der Verband der Deutschen Fruchtsaftindustrie stellt fest, dass der Pro-Kopf-Verbrauch an Fruchtsaft und Fruchtnektar in 2014 um fast 3 % gesunken ist: durchschnittlich trank jeder Deutsche 32 Liter Saft und Nektar; im Vorjahr waren es noch 33 Liter. Auch der Konsum an Apfelschorle fiel erneut von 8,5 Litern pro Kopf auf 7,9 Liter; ein weiteres Minus für den Apfelsaft.
Die Produktion von Saft und Nektar fiel im letzten Jahr, so der Verband und das Statistische Bundesamt, um 1,5 % auf 2.942,2 Mio Liter, hier ist auch der Gemüsesaft enthalten, der seinerseits ein Plus von 6,1 % erreichte. Bei insgesamt geringerer produzierter Menge konnte dennoch ein Zuwachs in Sachen Wert erreicht werden mit einem Plus von 1,1 % oder 23,7 Mio Euro.
Das Ranking (Tabelle 1) der befragten größten Unternehmen zeigt für das Inland als auch für die Ausfuhr einen deutlichen Rückgang. Der Inlandsabsatz fiel um 1,6 % auf 2233,9 Mio Liter, die Exporte sanken um 2,5 % auf 712,4 Mio Liter. In Summe verloren Inland und Ausfuhr 1,8 % im Vergleich zum Vorjahr.
Wie üblich sehen die Ergebnisse der einzelnen Unternehmen recht unterschiedlich aus. Mit der Fusion von Refresco und Gerber Emig gibt es automatisch eine neue Nummer 1 am Markt, gefolgt von riha WeserGold mit beachtlichem Wachstum im schwierigen Umfeld. Eckes Granini musste zwar ein Minus hinnehmen, ist aber u.a. mit Nektaren und Limo weiterhin auf Erfolgskurs. Valensina, Albi und Haus Rabenhorst können sich im Inland über gute Absatzmengen freuen, während der Rest der größeren Häuser negative Zahlen verbucht. Auch Hassia und die Mineralbrunnen-AG, für die das Saft- und Nektargeschäft nur ein Teilbereich ist, konnten hier kein Wachstum erzielen, ebenso nicht wie Eistee-Spezialist Pfanner oder die Darguner Brauerei.
Mit einem Minus beim Absatz fiel meist auch der erzielte Wert – so in Tabelle 2 zu sehen. Riha WeserGold, Valensina, Albi und Haus Rabenhorst konnten, analog zur positiven Entwicklung der Menge, auch eine Steigerung in Euro erreichen; bei vielen der anderen Unternehmen war jedoch ein Minus zu verzeichnen. Insgesamt ging der Wert jedoch „nur“ um 1,3 % auf 1595,5 Mio Euro zurück.
Der Ausblick ist verhalten optimistisch, und es scheint schwer, gänzlich neue Wege zu finden. Direktsäfte liegen im Trend, sind aber nicht in der Lage, die Verluste insgesamt auszugleichen; einzig die Beliebtheit der gekühlten Direktsäfte steigt kräftig, aber das wiederum nur auf kleinem Niveau. Bei den Nektaren liegen Light-Varianten und Mischungen aus Mineralwasser und Saft vorn und bieten Potenzial.
Hohe Qualität, Mehrwert und damit höhere Erlöse: Säfte aus heimischen Früchten, fruchtige Nektare, Süßung mit Stevia, To-Go- und Gastronomie-Konzepte und konsequente Markenführung – das sind einige der Ansatzpunkte, mit denen sich die Unternehmen (weiterhin) eine Verbesserung für den Markt erhoffen.
15.07.2015





