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Nachrichten 20.09.2017

bog: Ernteeinschätzung Obst und Gemüse 2017

Bei der Witterung gilt für alle Kulturen: 2017 war ein Jahr mit einem sehr ungleichmäßigen Vegetationsverlauf, der März war zu warm, der April war am Anfang trocken und warm und in der zweiten Hälfte zu kalt mit den verheerenden Frostnächten für den Obst- und Weinbau, im Mai dann sommerliche Temperaturen, aber auch Hagel und Starkregen. […]

Bei der Witterung gilt für alle Kulturen: 2017 war ein Jahr mit einem sehr ungleichmäßigen Vegetationsverlauf, der März war zu warm, der April war am Anfang trocken und warm und in der zweiten Hälfte zu kalt mit den verheerenden Frostnächten für den Obst- und Weinbau, im Mai dann sommerliche Temperaturen, aber auch Hagel und Starkregen. Der Juni war ein warmer Sommermonat mit Hitzewellen und einer Trockenheit im Süden und Westen, während es im Nordosten zu nass war und schließlich war der Juli mit Starkregen und Hagel deutlich zu nass und regional kam es zu Überschwemmungen.

Der warme März sorgte für einen Vegetationsvorsprung, den die Aprilfröste jäh zu Nichte machten. Bei Spargel und einigen Gemüsearten begann durch den warmen März die Ernte relativ früh, bei allen anderen Kulturen später als im Vorjahr. Im Obstbau haben die Spätfröste und insbesondere die Frostnacht vom 19. auf den 20. April deutliche Spuren hinterlassen. Besonders betroffen waren nach Regionen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern und bei den Kulturen allen voran das Steinobst, also Kirschen, Pflaumen und Zwetschen gefolgt vom Kernobst, also Äpfeln und Birnen und dem Beerenobst, von den Erdbeeren über die Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren und der Wein.

Ergebnisse der Obsternte im Detail

Apfelernten in Deutschland in den Jahren 2000 - 2017. (Quelle: Statistisches Bundesamt, Prognosfruit)In Deutschland wird bei Äpfeln in diesem Jahr frostbedingt eine der kleinsten Ernten überhaupt erwartet. So ist in Deutschland von nur rund 555.000 Tonnen auszugehen, nach

1.033.000 Tonnen im Vorjahr und damit 46 % weniger als im Vorjahr. Insbesondere in Baden-Württemberg werden frostbedingt deutlich weniger Äpfel erwartet, im Norden sieht es etwas besser aus.

In der Europäischen Union werden auch deutlich weniger Äpfel erwartet. So liegt die Ernteschätzung für die EU (28) bei 9.343.000 Tonnen und damit um 21 % niedriger als im Vorjahr.

Bei Birnen werden in Deutschland nur 19.000 Tonnen erwartet und damit 46 % weniger als im Vorjahr mit 35.000 Tonnen.

Die Kirschernte ist im gesamten Bundesgebiet durch Fröste massiv dezimiert worden. Große Totalausfälle sind insbesondere aus Baden-Württemberg zu vermelden, der Norden schneidet besser ab. Insgesamt wird in Deutschland bei Süßkirschen in diesem Jahr mit rund

14.000 Tonnen weniger als die Hälfte der Ernte von 2016 mit 29.400 Tonnen erwartet und auch 56 % weniger als im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Die 2017er Ernte ist damit eine der kleinsten Süßkirschenernten. Die Preise sind deshalb natürlich höher als im Vorjahr, aber das gleicht den Schaden bei weitem nicht aus. Besonders hart betroffen sind natürlich Betriebe mit einem Totalausfall. Weitere deutliche zusätzliche Ertragsausfälle durch Hagel oder die Kirschessigfliege sind nicht zu verzeichnen. Der aus Asien eingeführte Schädling hat in diesem Jahr bis jetzt aufgrund der für dessen Entwicklung ungünstigen Witterungsbedingungen zu keinen größeren Problemen geführt, im Süden war es zu heiß und im Norden zu kalt und zu feucht, sodass sich die Populationen nicht so stark vermehren konnten.

Die Sauerkirschenernte 2017 dürfte ebenfalls frostbedingt nur um 9.000 Tonnen liegen und damit um 45% unter der Vorjahresernte, bei allerdings angezogenen Preisen für die Verarbeitungsindustrie. Auch hier ist es die bisher kleinste Ernte.

Auch das Beerenobst wird in diesem Jahr das niedrige Vorjahresergebnis nochmals unterschreiten, da auch hier deutliche Schäden durch den Frost zu verzeichnen waren und die Witterung eher ungünstig war. Derzeit ist davon auszugehen, dass die Ernte 2016 von roten Johannisbeeren bei knapp 4.000 Tonnen liegen dürfte, die bei schwarzen Johannisbeeren bei 8.000 Tonnen und bei Himbeeren um 4.000 Tonnen. Die Heidelbeerernte dürfte um 8.000 Tonnen erreichen.

20.09.2017

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