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Nachrichten 14.09.2022

getITEM-Datenmodell wird Standard für die Getränkeindustrie

Auf dem Weg zu effizienterer Kommunikation zwischen allen Partnern der Getränkewirtschaft ist ein weiterer Schritt zu zukunftsfähigen Strukturen erfolgt. Nach intensiver Prüfung des Modells getITEM besonders auf die Erfordernisse des Fachhandels hat der GEDAT-Stakeholder-Beirat das getITEM-Datenmodell als Standard für die Getränkebranche freigegeben.

getITEM-Datenmodell wird Standard für die Getränkeindustrie
(Foto: GEDAT)

Neue Kooperation mit der GES gibt 850 Mitgliedern (Fachändlern) Zugang zu einheitlichen Stammdaten

Auf dem Weg zu effizienterer Kommunikation zwischen allen Partnern der Getränkewirtschaft ist ein weiterer Schritt zu zukunftsfähigen Strukturen erfolgt. Nach intensiver Prüfung des Modells getITEM besonders auf die Erfordernisse des Fachhandels hat der GEDAT-Stakeholder-Beirat das getITEM-Datenmodell als Standard für die Getränkebranche freigegeben. Der Beirat setzt sich aus Experten aus dem Kreis der Getränkehersteller, des Getränkefachgroßhandels sowie Verbundgruppen zusammen und fungiert als finale Instanz für die Qualität und Praxistauglichkeit der GEDAT Datenservices. In der Begründung wird hervorgehoben, dass getITEM die notwendigen Stammdaten-Attribute aller relevanten Anwendungsbereiche von der Logistik über Marketing bis zum eCommerce unterstützt. Weiterhin basiert es auf dem Standard des Globalen Datensynchronisationsnetzwerks GDSN.

Unterstrichen wird die Relevanz von getITEM durch die Kooperation mit der GES, der größten deutschen Verbundgruppe mit mehr als 850 angeschlossenen Fachhändlern. GES wird künftig die relevanten Daten über getITEM beziehen und in ihr eigenes System einspielen. Daher sollten alle Hersteller den gemeinsamen Standard nutzen, um reibungslose Kommunikation bei Marketing, Bestellung und Logistik gewährleisten zu können.

„Unser Ziel ist es, dem Getränkefachgroßhandel den Zugang zu Daten so einfach wie möglich zu machen. Hersteller sollen auf der anderen Seite über nur einen Kanal eine möglichst hohe Reichweite erhalten“, so Dirk Reinsberg, Sprecher des GEDAT-Stakeholder-Beirats. Und weiter: „Der definierte Standard umfasst alle notwendigen Attribute, um Getränke aller Gattungen zu beschreiben und für alle Geschäftsprozesse zu nutzen.“

„Ohne eine einheitliche Datengrundlage wird die Getränkeindustrie die brennenden Probleme der Zeit nicht meistern können. Wir schaffen durch die Kooperation mit getITEM einen breiten Zugang zu Artikeldaten“, erklärt Holger von Dorn, Vorstand des Großeinkaufsrings des Süßwaren- und Getränkehandels eG und Mitglied des GEDAT Stakeholder-Beirats. „Um den größtmöglichen Nutzen für unsere GES-eigene Datenplattform zu generieren, werden wir uns zukünftig aktiv in die Weiterentwicklung des gemeinsamen Datenmodells einbringen. Unser Fokus liegt zusätzlich auf dem Bereich eCommerce, den wir nicht zuletzt für unsere eigenen Unternehmen und Beteiligungen benötigen“, so von Dorn weiter.

Welche Chancen die Schaffung eines einheitlichen Branchenstandards und die Kooperation zwischen GES und getITEM bieten kann, wird am 5./6. September auf dem Kongress „GETRÄNKE GROSS HANDELN“ in München diskutiert. Der Veranstalter Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. (BV-GFGH) lädt zu einer Podiumsdiskussion mit Experten aus Hersteller, GFGH und Dienstleistern ein. Dabei geht es um die Bedeutung einheitlicher Datenstandards sowie der praktischen Vorteile einer Kooperation zwischen GEDAT, als Spezialist für Getränkedaten und der GES, als einer der wichtigsten Handelsorganisationen der Getränkewirtschaft.

GEDAT ist in Gesprächen mit weiteren Datenpools, darunter DATA NatuRe, der auf die Naturkost-, Naturwaren- und Reformwarenbranche spezialisiert ist. Auch dort wird der Standard die Integration in ERP-Systeme vereinfachen und damit der automatische, fehlerfreie Bezug mit einheitlichen Schnittstellen erleichtert.

Hintergrund Getränkeindustrie: Die Rohstoffe sind knapp, die Kosten der Verarbeitung steigen ins Unermessliche. Die sinkende Mehrwegquote, fehlende Rückverfolgbarkeit von Leer- und Vollgut oder Glasmangel zeigen, dass mit den vorhandenen Ressourcen optimal gewirtschaftet werden muss. Die Liste ließe sich noch fortsetzen. Ohne eine einheitliche Datengrundlage wird die Getränkeindustrie systemkritische Probleme nicht meistern können: Denn wer nicht über den digitalen Zwilling der Produkte verfügt, kann in der realen Welt keine automatisierten Prozesse mit physischen Produkten betreiben. Produkte lassen sich nicht eindeutig identifizieren und damit nicht fehlerfrei vorhalten, bestellen und ausliefern. Teure Korrekturen stören die Prozesse und kosten viel Zeit. Es ist daher dringend geboten, die Grundlage für automatisierte Prozesse allen Beteiligten verfügbar zu machen: durch digitale Artikelstammdaten.

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