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Nachrichten 27.09.2022

Jeder Apfel zählt: In den hessischen Keltereien beginnt die Keltersaison

Für die Mitglieder des Verbandes der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien e. V. beginnt die wichtigste Zeit des Jahres: Die Apfelernte und das anschließende Keltern des Apfelweins.

Jeder Apfel zählt: In den hessischen Keltereien beginnt die Keltersaison
v.l.n.r: Alexander Nöll, Kelterei Nöll, Martin Heil (Vorsitzender des Verbandes), Kelterei Heil, Oliver Conz, Staatssekretär Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Foto: Verband der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien e. V.)

Für die Mitglieder des Verbandes der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien e. V. beginnt die wichtigste Zeit des Jahres: Die Apfelernte und das anschließende Keltern des Apfelweins. „Wegen des langen, heißen Sommers rechnen wir zwar mit einer etwas geringeren Erntemenge als im vergangenen Jahr, dafür aber mit einem qualitativ hochwertigen Apfelwein“, stellt Verbandsvorsitzender Martin Heil fest. Gemeinsam mit Staatssekretär Oliver Conz aus dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Kelterer Alexander Nöll eröffnete er in der Kelterei Nöll die diesjährige Ernte- und Keltersaison. Je nach Apfelsorte beginnt jetzt die Ernte und dauert bis etwa Ende Oktober.

„In Hessen haben wir natürliche Schwankungen in den Ernteertragsmengen. Für dieses Jahr hatten wir eigentlich eine gute Ernte erwartet, doch wegen der Trockenheit des Sommers und auch schon der Vorsommer tragen die Bäume nicht so viele Früchte wie üblich“, erklärt Martin Heil. „Dafür ist dank der vielen Sonnenstunden die Qualität der Äpfel hervorragend. Wir erwarten einen Apfelwein mit viel Zucker und viel Säure.“

Die Apfelwein-Lager in der hessischen Gastronomie sind weitgehend leer: Der lange Sommer und die aktuell entspannte pandemische Lage haben dazu geführt, dass die Menschen in Hessen häufig ausgegangen sind, gefeiert und viel von ihrem Nationalgetränk konsumiert haben. Umso mehr freuen sich Gastronominnen und Gastronomen auf den frischgekelterten Apfelwein.

„Äpfel in die Keltereien bringen!“ – Annahmepreis oft höher als 2021 Um auch in dieser Saison wieder reichlich Apfelwein ausliefern zu können, stellt Martin Heil nachdrücklich fest: „Äpfel gehören ins Glas. Damit die Hessinnen und Hessen ihr Nationalgetränk genießen können, ist es wichtig, dass alle Obstwiesenbesitzerinnen und -besitzer ihre Äpfel ernten und in die Keltereien bringen.“ Um die Arbeit der Erntenden zu honorieren, zahlen die meisten Apfelannahmestellen in Hessen, meist Keltereien, einen höheren Preis als im Vorjahr. Eine Übersicht über alle Annahmestellen gibt es auf der Website www.apfelwein.de. Mit seiner Kampagne „Äpfel gehören ins Glas“ unterstreicht der Verband die große Bedeutung der privat gepflückten Äpfel.

„Der hessische Apfelwein ist ein ganz besonderes hessisches Kulturgut. Er schmeckt nicht nur, sondern er ist auch das Produkt einer wertvollen Kulturlandschaft: Mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten leben auf einer Streuobstwiese, die damit zu den artenreichsten Lebensräumen in Hessen gehört.“ erläutert Staatssekretär Oliver Conz. „Um diese Hotspots der Artenvielfalt zu schützen, haben wir im Juni dieses Jahres die Streuobstwiesenstrategie ins Leben gerufen. Sie enthält eine Vielzahl von Maßnahmen, um den Fortbestand der Streuobstwiesen zu sichern. Denn jeder Apfel zählt – für den Apfelwein und für die Artenvielfalt.“

Keltern in Hessen: Alles unter einem Dach

Während auf dem internationalen Markt Obstverarbeitung, Vergärung, Lagerung und Abfüllung des fertigen Apfelweins seit langem in verschiedenen Betrieben stattfinden, führen Hessens Keltereien alle Arbeitsschritte in der Regel selbst aus. Abgefüllt wird hauptsächlich in umweltfreundliche Mehrweg-Gebinde.

„Das Haltbarmachen der Säfte und das Reinigen der Flaschen ist energieintensiv und die daraus resultierenden Kosten machen den Keltereien zu schaffen“, berichtet Martin Heil. „Mit Sorge blicken daher unsere Keltereien auf die Entwicklung der Energiepreise. Umso bemerkenswerter ist es, dass noch mehr als 30 Unternehmen in Hessen Apfelwein und Fruchtsäfte produzieren. Diese Strukturen gilt es zu erhalten, damit auch dezentral Äpfel in die Keltereien gebracht werden können. Hier sehen wir einen Ansatz, bei dem die Landesregierung helfen könnte.“

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