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Nachrichten 09.11.2022

Südtiroler Obstwirtschaft feiert zwei Jahre sustainapple: Wichtige Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit

Im November 2020 stellte die Südtiroler Obstwirtschaft ihre neue Nachhaltigkeitsstrategie sustainapple vor. Sie legt einen konkreten Fahrplan für mehr Nachhaltigkeit bis 2030 fest. Zum zweiten Jahrestag zieht Georg Kössler, Obmann des Südtiroler Apfelkonsortiums, eine erste positive Bilanz.

Südtiroler Obstwirtschaft feiert zwei Jahre sustainapple: Wichtige Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit
(Foto: KOTTERSTEGER-KOT_9882)

Im November 2020 stellte die Südtiroler Obstwirtschaft ihre neue Nachhaltigkeitsstrategie sustainapple vor. Sie legt einen konkreten Fahrplan für mehr Nachhaltigkeit bis 2030 fest. Zum zweiten Jahrestag zieht Georg Kössler, Obmann des Südtiroler Apfelkonsortiums, eine erste positive Bilanz.

„Mit sustainapple haben verschiedene Akteure der Südtiroler Obstwirtschaft gemeinsam konkrete Maßnahmenpakete rund um den Südtiroler Apfel g.g.A. erarbeitet, die in einem verbindlichen Zeitplan bis 2030 umgesetzt werden,“ erklärt Kössler. „Im Zentrum unserer Strategie stehen dabei drei Bereiche: ‚Der Südtiroler Apfel als weltweites Erfolgsmodell‘, ‚Wir ernähren die Menschen gesund‘ und ‚Die Natur als Partnerin‘. Ich bin stolz darauf, dass wir in den letzten zwei Jahren in allen drei Bereichen bereits zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht haben.“ Insgesamt 13 Südtiroler Apfelsorten sind mit dem Europäischen Gütesiegel der geschützten geografischen Angabe (g.g.A.) als regionale Spezialität geschützt.

Klimaneutral bis zum Jahr 2030: Auf dem Weg zur nächsten Generation der Apfelwiese

Eines der Ziele von sustainapple: Bis zum Jahr 2030 soll der Südtiroler Obstanbau über alle Produktionsschritte hinweg klimaneutral sein, sowie ein überregionales Konzept für Kreislaufwirtschaft implementiert werden. „Wir verstehen die Natur als Partner und wollen sowohl im integrierten als auch im biologischen Anbau neue Maßstäbe setzen,“ so Georg Kössler. „Dafür fördern wir gezielt die Biodiversität, unter anderem durch Heckenprogramme, Nistkästen, den Einsatz von Nützlingen oder Bienenschutzmaßnahmen. Weitere Stichworte sind die Tropfbewässerung, gezieltes Düngen, Humusaufbau und die Steigerung der Bodenvitalität.“

Großen Stellenwert genießen auch technische Innovationen: Neben dem Recycling und Upcycling landwirtschaftlicher Ressourcen oder der Nutzung von Wasserkraft und weiterer erneuerbarer Energien sind seit 2020 viele neue, innovationsgetriebene Projekte entstanden. So ermittelt etwa das Pilotprojekt „Kultivas“ anhand von Daten und unter Schonung von Ressourcen den besten Standort sowie die ideale Bewirtschaftungsform für verschiedene Apfelsorten.

Auch im neuen digitalen Freilandlabor „LIDO“ im Versuchszentrum Laimburg steht Smart Farming, also eine nachhaltigere und ressourcenschonende Produktion mithilfe moderner Technologie, im Mittelpunkt: Hier können Forschungsinstitutionen und Unternehmen digitale Technologien und Robotik unter Praxisbedingungen testen.
Die Steigerung der Energieeffizienz in landwirtschaftlichen Betrieben hat sich der Südtiroler Bauernbund mit seinem Projekt „INNOEnergie“ auf die Fahnen geschrieben.

Darüber hinaus wird seit Dezember 2021 in vier neuen Laboren der naturwissenschaftlich-technischen Fakultät der Universität Bozen zu technologischen und nachhaltigen Innovationen in den Bereichen Landwirtschaft, Automatisierung und Robotik, Industriehydraulik, grüne Energie und Landschaftsschutz geforscht.

Gesund und sozial gerecht: von Schulprojekten bis hin zu Betriebskitas

Im Einklang mit den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) bildet die soziale Nachhaltigkeit ein weiteres Kernelement von sustainapple. „Dazu gehört zum einen der Erhalt und die Unterstützung der traditionellen Kleinstrukturen mit 7.000 Bauernfamilien im Südtiroler Obstanbau“, erläutert Georg Kössler. Aber auch die Rolle als Gesundheitsbotschafter spielt eine wichtige Rolle: So vermitteln Obstbäuerinnen und Obstbauern jedes Jahr 250 Klassen in Südtirol in interaktiven Unterrichtseinheiten Wissenswertes rund um Anbau und Ernte, Nützlinge und Schädlinge, verschiedene Sorten oder die gesunden Inhaltsstoffe des Apfels. Für Einheimische und Besucher organisiert das Südtiroler Apfelkonsortium gemeinsam mit IDM Südtirol und den Tourismusvereinen informative Führungen durch die Apfelwiesen und sensibilisiert so für die Arbeit der Apfelbauern. Ebenfalls erwähnenswert: die Einrichtung von Betriebskitas wie im Fruchthof Überetsch in Eppan, die vielen dort beschäftigten Familien eine unkomplizierte Betreuung ihrer Kleinkinder garantiert.

Südtiroler Apfel g.g.A.
Südtirol ist das größte zusammenhängende Apfelanbaugebiet in Europa. Südtiroler Äpfel g.g.A. stehen für geprüfte Qualität, intensiven saftigen Geschmack und frisches Aroma. Grund sind die 300 Sonnentage pro Jahr und das alpin-mediterrane Klima: Kühle Nächte und warme, sonnige Tage schaffen die idealen Anbaubedingungen für den Südtiroler Apfel. Dadurch erlangen die Früchte die richtige Größe, Form, Farbe und besonders wichtig: den Geschmack. Der Südtiroler Apfel g.g.A. ist eng verbunden mit der Region, die alpines Traditionsbewusstsein mit mediterraner Leichtigkeit verbindet. Der Apfelanbau liegt zumeist in den Händen familiengeführter Betriebe, die zum Großteil seit Generationen Äpfel anbauen. Insgesamt gibt es über 7.000 Apfelbauern in Südtirol. Südtiroler Äpfel sind schmackhaft, gesund und lassen sich mit ihrer Vielfalt hervorragend pur oder in kreativen Rezepten verarbeitet genießen, vom Aperitif bis zum Dessert. 13 Apfelsorten dürfen das Gütesiegel „Südtiroler Apfel g.g.A.“ tragen. Die Abkürzung g.g.A. steht für „geschützte geografische Angabe“. Dieses Siegel ist eine von der EU vergebene geschützte Ursprungsbezeichnung und ist ein Qualitätsgarant für den Südtiroler Apfel.

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