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Marktdaten 16.10.2023

BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie 10/23: Absatzminus im Juli; ifo-Geschäftsklimaindex leicht verbessert

Die deutsche Ernährungsindustrie musste im Juli 2023 ein preisbereinigtes Minus von 1,1 Prozent beim Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat hinnehmen. Im Inland betrug das Absatzminus 0,7 Prozent, während der Rückgang beim Auslandsgeschäft …

BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie 10/23: Absatzminus im Juli; ifo-Geschäftsklimaindex leicht verbessert
(Foto: BVE)

Konjunktur

Die deutsche Ernährungsindustrie musste im Juli 2023 ein preisbereinigtes Minus von 1,1 Prozent beim Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat hinnehmen. Im Inland betrug das Absatzminus 0,7 Prozent, während der Rückgang beim Auslandsgeschäft mit minus 1,9 Prozent zum Vorjahresmonat deutlicher ausfiel.

In nominalen Zahlen ausgedrückt betrug der Umsatz der Lebensmittelhersteller insgesamt 18,7 Milliarden Euro. Die Hersteller erhöhten damit das Vorjahresergebnis um 4,7 Prozent. Die Steigerung der nominalen Umsatzentwicklung ist größtenteils auf gestiegene Preise zurückzuführen. Auf dem Inlandsmarkt erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 12,3 Milliarden Euro und baute das Vorjahresergebnis um nominal 6,7 Prozent aus. Das nominale Umsatzergebnis des Auslandsgeschäftes betrug 6,4 Milliarden Euro und stieg somit um lediglich 1,0 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Ausfuhrpreise erhöhten sich dabei um 2,9 Prozent, während die Erzeugerpreise im Inland um 7,4 Prozent zum Vorjahresmonat stiegen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex stieg dabei um 0,9 Prozent.

Rohstoffmärkte

Sowohl die Agrarrohstoffkosten als auch die Energiekosten sind einer der größten Kostenfaktoren für die Lebensmittelproduktion. Gestiegene Preise wirken sich entlang der Wertschöpfungskette aus und haben mit Zeitverzug direkte Auswirkungen auf die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.

Agrarrohstoffe

Die Preisentwicklung an den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten folgt den Angebots- und Nachfrageschwankungen. Der HWWI-Rohstoffpreisindex für Weltmarktpreise wichtiger Nahrungs- und Genussmittel sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Produkte sind daher bedeutende Indikatoren für die Preisentwicklungen.

Im Juli stiegen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Prozent. Das war der zweite Anstieg in Folge. Verglichen mit dem Vorjahresmonat sanken die Preise hingegen aufgrund des Basiseffektes um 3,7 Prozent. Vor knapp einem Jahr erreichten die Preise hier ihren Hochpunkt. Die Preise von Produkten pflanzlicher Erzeugung stiegen dabei im Juli verglichen mit dem Vormonat deutlich um 2,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stehen diese bei minus 3,4 Prozent. Besonders stark stiegen Speisekartoffeln mit plus 10,7 Prozent sowie 77,2 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Produkte tierischer Erzeugung wiederum verbuchten im Juli einen Rückgang um 0,2 Prozent zum Vormonat und stehen zum Vorjahresmonat bei einem Minus von 3,9 Prozent.

Energierohstoffe

Laut statistischem Bundesamt stiegen bei den Erzeugerpreisen gewerblicher Produkte die Preise für Energie zum Vormonat um 1,6 Prozent, während diese zum Vorjahresmonat um 31,9 Prozent sanken. Im September 2022 erreichten diese ihren historischen Höchststand. Dabei stiegen im August die Preise für Mineralölerzeugnisse um 5,9 Prozent gegenüber Juli 2023 und lagen 8,7 Prozent unterhalb der Preise von August 2022. Bei Erdgas in der Verteilung über alle Abnehmergruppen hinweg stiegen die Preise im August 2023 gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent und lagen 32,4 Prozent unterhalb der Preise vom August 2022.

Ausblick: Geschäftsklima

Der monatlich erscheinende ifo-Geschäftsklimaindex ist ein Indikator für die Stimmung und Erwartungen der Ernährungsindustrie. Die Sorgen vor einem konjunkturellen Rückgang belasten die Stimmung auch weiterhin in der Ernährungsindustrie, wie die neuesten Daten zum ifo-Geschäftsklimaindex aufzeigen: Der Saldo des Geschäftsklimas konnte sich im September leicht erholen und steht mit 94,1 Punkten jedoch weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verbesserte sich dabei deutlich und steht nun über der neutralen Marke, während die Geschäftserwartung für die nächsten sechs Monate sich im Gegenzug weiter verschlechterte: Die Anzahl der Hersteller mit sinkenden Geschäftserwartungen übersteigt dabei die der Hersteller mit positiven Erwartungen nun wieder deutlich: 11,3 von 100 Befragten gehen von einer Verbesserung aus; 30,3 von einer Verschlechterung.

Bei der zweimal im Jahr befragten Situation zur Ertragslage verbesserte sich sowohl die aktuelle Lage als auch die zukünftige Erwartung deutlich gegenüber den damals sehr pessimistischen Ergebnissen im September 2022 sowie Mai 2023: die aktuelle Lage wird mit plus einem Punkt fast ausgeglichen bewertet, d.h. 29 von 100 bewerteten diese als „gut“, 28 als „schlecht“ (Rest „befriedigend“). Beim Blick in die Erwartungen gab es ebenfalls eine deutliche Aufhellung der Stimmung: 38 bewerteten diese mit „günstiger“, 22 mit „ungünstiger“ (Rest „gleichbleibend“), was einem positiven Saldo von plus 16 Punkten entspricht.

Konsumklima und Verbraucherpreise

Für die Stimmungslage bei den Verbrauchern ist das GfK Konsumklima ein wichtiger Indikator. Die Verbraucherstimmung hatte sich nach dem Rekordtief im Herbst 2022 zunächst stetig erholt, verbleibt aber zuletzt auf einem niedrigen Niveau. Der Konsumklimaindex sank im September 2023 im Vergleich zum Vormonat leicht um 1,0 Punkte und steht nun bei minus 25,6 Zählern. Die GfK-Konsumforscher prognostizieren für September einen Rückgang ihres Barometers um 0,9 Punkte auf minus 26,5 Punkte. Durch den erneuten Anstieg der Sparneigung sank das Konsumklima leicht, während die Konjunkturerwartung, die Einkommenserwartung und die Anschaffungsneigung minimale Zuwächse erzielen konnten.

Im August 2023 sanken die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 0,3 Prozent zum Vormonat, während die allgemeinen Verbraucherpreise um 0,3 Prozent zulegten. Im Vorjahresvergleich stiegen die Lebensmittelpreise (Nahrung & alkoholfreie Getränke) um 9,3 Prozent und die allgemeinen Verbraucherpreise um 6,1 Prozent.

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