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Marktdaten 07.11.2023

BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie 11/23: Absatzminus im August; ifo-Geschäftsklimaindex leicht verbessert

Die deutsche Ernährungsindustrie musste im August 2023 ein preisbereinigtes Minus von 1,3 Prozent beim Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat hinnehmen. Im Inland betrug das Absatzminus 0,2 Prozent, während der Rückgang beim Auslandsgeschäft …

BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie 11/23: Absatzminus im August; ifo-Geschäftsklimaindex leicht verbessert
(Foto: BVE)

Konjunktur

Die deutsche Ernährungsindustrie musste im August 2023 ein preisbereinigtes Minus von 1,3 Prozent beim Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat hinnehmen. Im Inland betrug das Absatzminus 0,2 Prozent, während der Rückgang beim Auslandsgeschäft mit minus 3,0 Prozent zum Vorjahresmonat deutlicher ausfiel.

In nominalen Zahlen ausgedrückt betrug der Umsatz der Lebensmittelhersteller insgesamt 19,8 Milliarden Euro. Die Hersteller erhöhten damit das Vorjahresergebnis um 3,5 Prozent. Die Steigerung der nominalen Umsatzentwicklung ist größtenteils auf gestiegene Preise zurückzuführen. Auf dem Inlandsmarkt erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 13,0 Milliarden Euro und baute das Vorjahresergebnis um nominal 6,4 Prozent aus. Das nominale Umsatzergebnis des Auslandsgeschäftes betrug 6,9 Milliarden Euro und sank somit erstmalig seit langem im Jahresvergleich um 1,6 Prozent. Die Ausfuhrpreise erhöhten sich dabei um 1,5 Prozent, während die Erzeugerpreise im Inland um 6,6 Prozent zum Vorjahresmonat stiegen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex stieg dabei um 0,7 Prozent.

Rohstoffmärkte

Sowohl die Agrarrohstoffkosten als auch die Energiekosten sind zwei der größten Kostenfaktoren für die Lebensmittelproduktion. Gestiegene Preise wirken sich entlang der Wertschöpfungskette aus und haben mit Zeitverzug direkte Auswirkungen auf die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.

Agrarrohstoffe

Die Preisentwicklung an den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten folgt den Angebots- und Nachfrageschwankungen. Der FAO Food Price Index für Weltmarktpreise wichtiger Nahrungsmittel sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Produkte sind daher bedeutende Indikatoren für die Preisentwicklungen.

Im August sanken die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahresmonat sanken die Preise aufgrund des Basiseffektes um 5,6 Prozent. Vor knapp einem Jahr erreichten die Preise hier ihren Hochpunkt. Die Preise von Produkten pflanzlicher Erzeugung stiegen dabei im August verglichen mit dem Vormonat deutlich um 2,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stehen sie bei minus 1,4 Prozent. Besonders stark stiegen Speisekartoffeln mit plus 23,6 Prozent zum Vormonat und plus 119,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Produkte tierischer Erzeugung wiederum verbuchten im August einen Rückgang um 1,8 Prozent zum Vormonat und stehen zum Vorjahresmonat bei einem Minus von 8,2 Prozent. Dabei sank Schweinfleisch zum Vormonat deutlich um 5,5 Prozent, während sich Eier um 2,8 Prozent verteuerten.

Mit 121,5 Punkten zeigte sich der FAO Food Price Index im September fast unverändert zum Vormonat und steht nun 10,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Während die Teilindexe Fleisch (minus 1,0 Prozent), Molkerei (minus 2,3 Prozent) sowie Pflanzenöle (minus 3,9 Prozent) jeweils leicht zum Vormonat nachgaben, verteuerte sich der Teilindex für Getreide mit plus 1,0 Prozent leicht. Der Teilindex Zucker verteuerte sich mit knapp 10 Prozent zum Vormonat deutlicher.

Energierohstoffe

Laut Statistischem Bundesamt stiegen bei den Erzeugerpreisen gewerblicher Produkte im September die Preise für Erdgas (verflüssigt oder gasförmig) zum Vormonat um 8,1 Prozent und für Erdöl um 7,7 Prozent. Während die Preise zum Vorjahr zum Zeitpunkt der „Energiekrise“ deutlich nachgaben, steht der Preis für Erdgas noch immer knapp 160 Prozent über dem „Vorkrisen-Niveau“ von September 2019. Der Preis für Erdöl liegt gut 45 Prozent über dem Vorkrisenniveau. Des Weiteren liegen die Erzeugerpreise für Strom im Inland gut 85 Prozent und für Braunkohle gut 43 Prozent über dem „Vorkrisen-Niveau“ von September 2019. Die Importpreise für Steinkohle verteuerten sich in diesem Zeitraum um knapp 90 Prozent.

Ausblick: Geschäftsklima

Der monatlich erscheinende ifo-Geschäftsklimaindex ist ein Indikator für die Stimmung und Erwartungen der Ernährungsindustrie. Die Sorgen vor einem konjunkturellen Rückgang belasten die Stimmung auch weiterhin in der Ernährungsindustrie, wie die neuesten Daten zum ifo-Geschäftsklimaindex aufzeigen. Der Saldo des Geschäftsklimas konnte sich im Oktober leicht erholen, steht mit 94,5 Punkten jedoch weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verbesserte sich dabei leicht und steht nun mit 100,5 Punkten über der neutralen Marke, während sich die Geschäftserwartung für die nächsten sechs Monate im Gegenzug weiter leicht verschlechterte: Die Anzahl der Hersteller mit sinkenden Geschäftserwartungen übersteigt dabei die der Hersteller mit positiven Erwartungen nun wieder deutlich: 9,8 von 100 Befragten gehen von einer Verbesserung aus; 32,6 von einer Verschlechterung.

Konsumklima und Verbraucherpreise

Für die Stimmungslage bei den Verbrauchern ist das GfK Konsumklima ein wichtiger Indikator. Die Verbraucherstimmung hatte sich nach dem Rekordtief im Herbst 2022 bis zum Sommer 2023 zunächst stetig erholt, musste aber zuletzt wieder Einbußen hinnehmen. Der Konsumklimaindex sank im Oktober 2023 im Vergleich zum Vormonat leicht um 1,4 Punkte und steht nun bei minus 28,1 Zählern. Die GfK-Konsumforscher prognostizieren für September einen Rückgang ihres Barometers um 0,9 Punkte auf minus 26,5 Punkte. Durch den erneuten Anstieg der Sparneigung sank das Konsumklima leicht, während die Konjunkturerwartung, die Einkommenserwartung und die Anschaffungsneigung minimale Zuwächse erzielen konnten.

Im September 2023 stiegen die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 0,5 Prozent zum Vormonat, während die allgemeinen Verbraucherpreise um 0,3 Prozent zulegten. Im Vorjahresvergleich stiegen die Lebensmittelpreise (Nahrung & alkoholfreie Getränke) um 8,0 Prozent und die allgemeinen Verbraucherpreise um 4,5 Prozent.

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