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Nachrichten 16.07.2025

Kleinmoster in Deutschland vernetzen sich

Die über 500 Kleinmostereien Deutschlands wollen sich künftig stärker untereinander vernetzen. Auftakt für eine eigene neue Internetplattform wird eine Streuobst-Tagung des NABU-Bundesfachausschuss Streuobst in Kooperation mit der Ev. Akademie Bad Boll …

Kleinmoster in Deutschland vernetzen sich
Streuobsternte (Foto: NABU/Bernd Schaller)

Neue Plattform in Kooperation mit dem NABU

Die über 500 Kleinmostereien Deutschlands wollen sich künftig stärker untereinander vernetzen. Auftakt für eine eigene neue Internetplattform wird eine Streuobst-Tagung des NABU-Bundesfachausschuss Streuobst in Kooperation mit der Ev. Akademie Bad Boll vom 25.- 27. Juli in Bad Boll sein.

„Über unsere www.kleinmoster.de streben wir die Etablierung einer professionellen digitalen Plattform an. Diese soll dem dauerhaften, professionellen Austausch dienen und unsere Sichtbarkeit nach außen verbessern.“, so Kathleen Hahnemann, eine der Initiatorinnen der bundesweiten Plattform, die in Kooperation mit dem NABU eingerichtet und entwickelt werden soll.

Beschlossen hatten die Kleinmoster diese Inititiative bei ihrem 5. bundesweiten Treffen im Februar in Mainz. Die bundesweit über 130 mobilen und über 500 stationären Kleinmostereien pressen nach eigenen Angaben in durchschnittlichen Obstjahren über 50 Millionen Liter Saft.

„Die Kleinmoster pressen damit deutlich über 5 Prozent des Apfelsaftverbrauches in Deutschland. Die wirtschaftliche Bedeutung der Kleinmostereien über ihre Produkte und Einkommen sowie laufende und Investitionskosten liegt bei über 100 Mio. Euro pro Jahr. Dies zeigt die auch ökonomisch hohe Bedeutung dieser dezentralen, für den Streuobstbau wichtigen Kleinunternehmer-Struktur“, betont Dr. Markus Rösler, der Sprecher des NABU-Bundesfachausschuss Streuobst.

Die Kleinmoster legen Wert auf möglichst pestizidfreie Getränke, die ganz überwiegend aus hochstämmigen Streuobstbeständen stammen. „Wir besitzen daher hohe Bedeutung für regionale Wertschöpfung, Arbeitsplätze insbesondere im ländlichen Raum, für Obstbaukultur, die Bewirtschaftung und Erhaltung der Streuobstbestände, biologische Vielfalt, Umwelt- und Ernährungsbildung und nicht zuletzt für gesunde Ernährung“, so Andreas Wegener, im NABU zuständig für die Kleinmostereien.

Die Kleinmoster fordern in einer Resolution die Einführung von Bagatellgrenzen als einen Beitrag zur Entlastung von Bürokratie in der Verpackungsverordnung. „Die Kleinmoster sind alle als StartUps in die Wirtschaft eingestiegen. Wir fordern daher von der öffentlichen Hand eine Unterstützung dieser innovativen Neugründerszene. Auch die Benachteiliung von Kleinmostereien bei extremen Ernteausfällen, die gerade in kleineren Betrieben mit geringen Liquiditätsreserven existienziell gefährdend sein kann, muss ein Ende haben“, so Rösler und Wegener.

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