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Nachrichten 30.07.2014

Schwierige Marktsituation beim Mostobst erwartet

Mit dem Herbst 2014 steht eine deutlich überdurchschnittliche Mostobsternte bevor. Doch trotz der schlechten Ernte im vergangenen Jahr erwarten die Keltereien keine hohen Auszahlungspreise für Mostobst. Nach der sehr kleinen Ernte im vergangenen Jahr steht in diesem Herbst wieder eine deutlich größere Erntemenge bevor. Insgesamt werden für Deutschland 800.000 t Mostobst erwartet. Dieser natürliche Rhythmus […]

Mit dem Herbst 2014 steht eine deutlich überdurchschnittliche Mostobsternte bevor. Doch trotz der schlechten Ernte im vergangenen Jahr erwarten die Keltereien keine hohen Auszahlungspreise für Mostobst.

Nach der sehr kleinen Ernte im vergangenen Jahr steht in diesem Herbst wieder eine deutlich größere Erntemenge bevor. Insgesamt werden für Deutschland 800.000 t Mostobst erwartet. Dieser natürliche Rhythmus zwischen guten und weniger guten Ernten wird Alternanz genannt. Die Keltereien im Land haben dadurch aber mit deutlich schwankenden Mengen zu kämpfen, die sich auch auf den Auszahlungspreis auswirken. Nach drei für den Erzeuger positiven Jahren wird für dieses Jahr ein deutlich geringerer Preis erwartet.

Neben der hiesigen Erntemenge spielen auch eine Reihe anderer Faktoren eine wichtige Rolle. So wird in ganz Europa eine große Ernte erwartet – besonders in einigen osteuropäischen Ländern stehen bald wieder riesige Obstmengen zur Verfügung. Dies wirkt sich schon jetzt spürbar aus. Die Restbestände internationaler Fruchtsafthersteller drücken mit extrem günstigen Preisen auf den Markt, um Platz für die neue Ernte zu machen. Die hiesigen Keltereien können ihren teuer bezahlten Saft vom letzten Jahr nicht mehr gewinnbringend vermarkten. Hinzu kommt die gesunkene Nachfrage, die sich im vergangenen Jahr um weitere 6,5 % verringert hat. Beim Apfelsaft lag der Rückgang sogar bei 11,1 %.

Die große Erntemenge trifft demnach auf noch gefüllte Lager, die wegen des gesunkenen Konsums und auch wegen des früheren Erntezeitraumes in diesem Jahr zur Ernte noch nicht geräumt sein werden. Diese Entwicklung drückt spürbar auf den Auszahlungspreis. Und obwohl die Fruchtsafthersteller Ihren Anlieferern den bestmöglichen Preis bezahlen möchten, müssen sie sich den Marktgegebenheiten unterwerfen.

Eine Alternative stellt das besonders in Baden-Württemberg beliebte Lohnmost-Geschäft dar, bei dem die Gütlesbesitzer im Tausch gegen ihr Obst Saft günstig beziehen können. Es muss nur der Verarbeitungspreis bezahlt werden.

Die Fruchtsafthersteller weisen ausdrücklich darauf hin, dass sie mit dieser Marktsituation nicht zufrieden sind. Dennoch bleibt ihnen aufgrund der wirtschaftlichen Situation keine Möglichkeit, höhere Preise zu bezahlen.

Kontakt:
Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V.
Daniel Weeber, Tel. 0711 – 1677912

30.07.2014

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