Fruchtsäfte und Smoothies im Test
Fruchtsäfte gelten als gesunde Durstlöscher. Die Auswahl im Supermarkt ist enorm. Reine Säfte, Nektare, Fruchtgetränke und Smoothies machen es nicht leicht, den Durchblick zu behalten. Die Salzburger Arbeiterkammer nahm 138 Produkte aller Kategorien unter die Lupe. In Österreich kann zwischen weit über 100 Produkten im Supermarktregal gewählt werden. Der Verbrauch pro Kopf liegt hierzulande mit 27,18 […]
Fruchtsäfte gelten als gesunde Durstlöscher. Die Auswahl im Supermarkt ist enorm. Reine Säfte, Nektare, Fruchtgetränke und Smoothies machen es nicht leicht, den Durchblick zu behalten. Die Salzburger Arbeiterkammer nahm 138 Produkte aller Kategorien unter die Lupe.
In Österreich kann zwischen weit über 100 Produkten im Supermarktregal gewählt werden. Der Verbrauch pro Kopf liegt hierzulande mit 27,18 Litern pro Jahr im europäischen Spitzenfeld. 2014 wurden 233 Millionen Liter an fruchtigen Getränken konsumiert. Säfte und Saftgetränke sind im Generellen nur in Maßen und ergänzend zu einer ausgewogenen Ernährung gesund!
Darauf solltet ihr bei Säften achten
- Der Konsum von Säften ist nur eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz für den Verzehr von Obst und Gemüse. Vor allem Kinder sollten sie verdünnt trinken.
- „Fruchtsäfte“ müssen zu 100 Prozent aus Frucht bestehen und dürfen zusätzlich zum natürlichen Zucker nicht gezuckert werden.
- Fruchtnektare dürfen mit bis zu 20 Prozent des Gesamtgewichts an Extrazucker oder mit Süßstoff versehen werden und müssen je nach Frucht zwischen 25 und 50 Prozent Frucht enthalten.
- Fruchterfrischungsgetränke müssen je nach Frucht zehn bis 30 Prozent Saft enthalten. Oft kommen Extrazucker und teils Aromen dazu.
- Nektare und Fruchterfrischungsgetränke sind keine wirkliche Alternative zu Säften. Besonders bei exotischen Früchten sollte man vorsichtig sein: Wenig Saft, viel Zucker und mitunter Aromen. Am besten man mischt selbst.
- Direktsaft bzw. direkt gepressten Saft erkennt man nicht am Fruchtfleisch, sondern es muss bei den Inhaltsstoffen angegeben sein. Er verliert durch die Verarbeitung weniger Nährstoffe als Saft aus Konzentrat.
Ergebnis 1: Die Kennzeichnung der Produkte passt
Die umfangreichen Kennzeichnungsbestimmungen werden von den Herstellern durch die Bank eingehalten. „Das ist sehr positiv. Die Konsumenten können sich gut über das Produkt informieren. Aber nur, wenn sie nicht nur auf die fruchtige Vorderseite der Verpackung, sondern auch auf den teilweise sehr klein gedruckten Inhalt schauen!“, sagt AK-Konsumentenschützer Stefan Göweil. Auch die chemische Analyse ergab, dass sich alle Werte in der zulässigen Schwankungsbreite bewegen. Bei den Orangensäften und Smoothies lag der Zuckergehalt mit etwas über zwei Prozent mehr minimal über den deklarierten Werten. Bei Multivitaminprodukten sogar im Schnitt knapp darunter. Beim Vitamin C werden teils deutlich höhere Werte gefunden als angegeben. O-Saft: 33 Prozent mehr. Multi: 80 Prozent mehr. Smoothies: 24 Prozent mehr als angegeben. Den größten Vitamin C-Gehalt haben übrigens Orangensäfte – Smoothies liegen im Schnitt 64 Prozent darunter!
Ergebnis 2: Werbeversprechen schönen die Tatsachen
Vor allem die Hersteller von Smoothies wecken häufig Erwartungen bei den Konsumenten, die nicht gehalten werden. Fruchtige Werbeversprechen am Etikett gibt es aber auch bei Multivitaminsäften, Mehrfruchtnektaren und Mehrfruchterfrischungsgetränken. Oft ist ein Hauptbestandteil der relativ günstige Apfelsaft, es ist aber kein Apfel am Etikett: Ist die Frucht dort nicht abgebildet oder angeschrieben, muss man nicht angeben, wie groß ihr Anteil am gesamten Getränk ist – interessanterweise steht Apfelsaft aber sehr oft an erster Stelle der Zutaten. Deutlich geringer ist dagegen der Anteil an Mark und Saft der anderen versprochenen Früchte. Insbesondere Getränke wie „Amarena-Kirsche“, „Mandarine“, „Cranberry“, „Banane“ oder „Pink Guave“ und Co. locken auf der Vorderseite der Verpackung mit exotischen Früchten. Die sind als Mark oder Konzentrat auch drinnen, machen aber teils nur eineb sehr geringen Anteil des Getränks aus. Dazu kommen in der Regel Wasser und Zucker.
Weitere Informationen unter: http://bit.ly/1UmYiDZ
06.08.2015





