Verschwindet die Banane?
Die Banane ist bedroht, zumindest wie wir sie kennen. Eine neue extrem aggressive Variante der Pilzerkrankung Panama Disease hat sich in Südostasien verbreitet und erreichte vor kurzem erstmals auch die arabische Halbinsel und Afrika. Als genetisch uniforme Klone haben Kulturbananen dem Erreger wenig entgegenzusetzen. Weltweit wird deshalb mit Hochdruck daran gearbeitet, die Banane zu retten. […]
Die Banane ist bedroht, zumindest wie wir sie kennen. Eine neue extrem aggressive Variante der Pilzerkrankung Panama Disease hat sich in Südostasien verbreitet und erreichte vor kurzem erstmals auch die arabische Halbinsel und Afrika. Als genetisch uniforme Klone haben Kulturbananen dem Erreger wenig entgegenzusetzen. Weltweit wird deshalb mit Hochdruck daran gearbeitet, die Banane zu retten. Vorrangiges Ziel ist es, mit allen zur Verfügung stehenden züchterischen Mitteln resistente Bananen zu entwickeln. So könnten etwa mit gentechnischen Methoden Resistenzgene aus Wildbananen in Kulturbananen übertragen werden.
Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von zwölf Kilogramm ist die Banane nach Äpfeln das beliebteste Obst der Deutschen. Für Konsumenten außerhalb der tropischen Anbauregionen ist es selbstverständlich, dass die Früchte der Kulturbananen keine Samen haben und deswegen einfach und praktisch zu verzehren sind. Das liegt daran, dass die männlichen Blüten der Bananenpflanzen steril sind und die weiblichen Blüten Früchte bilden, ohne vorher befruchtet worden zu sein (Parthenokarpie).
Vermehrt werden Bananenpflanzen vegetativ, das heißt, neue Pflanzen entstehen aus jungen Trieben. Kulturbananen sind also genetisch identische Klone, die weltweit angebaut werden. Das macht sie besonders anfällig für Krankheiten und deren schnelle Verbreitung.
Weltweit werden deshalb große Anstrengungen unternommen, um die Banane zu retten. An der Universität Wageningen wird zurzeit mit Hochdruck daran gearbeitet, natürliche Resistenzen in Wildbananen zu finden. Aus aller Welt werden Bananenmuster nach Wageningen geschickt, um sie auf TR4-Anfälligkeit zu testen. Von etwa 150 getesteten Mustern waren bislang zehn vollständig resistent.
Es gibt also natürliche Resistenzen in den genetischen Ressourcen der Banane, aber bis man diese nutzen kann und neue resistente Bananensorten zur Verfügung stehen, wird es noch etliche Jahre dauern.
Bis dahin wird der Pilz sich weiterverbreiten. Im Gegensatz zu anderen Pilzkrankheiten ist eine Bekämpfung mit chemischen Mitteln (Fungizide) nicht möglich. Und da seine Sporen Jahrzehnte im Boden überdauern, können einmal befallene Flächen nicht mehr für den Bananenanbau genutzt werden.
Neben dem vorrangigen Ziel, resistente Bananen zu entwickeln, verfolgen die Wageninger Wissenschaftler deshalb ein ganzes Bündel von Maßnahmen, um kurzfristig die weitere Verbreitung von TR4 zu verhindern und die Bananenproduktion aufrechtzuerhalten. Dazu gehören Strategien wie den Pilz genauestens zu erforschen, um die Krankheit sehr schnell zu erkennen und die Sporen im Boden zu reduzieren, vor allem aber für geeignete Quarantänemaßnahmen zu sorgen. Denn der Pilz wird vor allem durch den Menschen verschleppt.
Link zum Video: www.youtube.com
09.12.2015





