Prickelnde Ideen für innovative Getränke
Zum fünften Mal hat die Gründungsfabrik Rheingau, Inkubator der Hochschule Geisenheim und der EBS Universität, zum Ideenwettbewerb rund um innovative Getränke der Zukunft eingeladen. Insgesamt 20 Bewerbungen wurden aus ganz Deutschland eingereicht.
Fünf kreative Teams „pitchen“ bei der Drink Innovation Challenge 26 (DIC) um die Gunst von Jury und Publikum für Preisgeld und eine Prototypproduktion.
Zum fünften Mal hat die Gründungsfabrik Rheingau, Inkubator der Hochschule Geisenheim und der EBS Universität, zum Ideenwettbewerb rund um innovative Getränke der Zukunft eingeladen. Insgesamt 20 Bewerbungen wurden aus ganz Deutschland eingereicht. Fünf davon hat eine Fachjury für das Finale ausgewählt. Diese wurden eingeladen für insgesamt 4.500 EUR Preisgeld und eine Protypproduktion am neuen Getränketechnologischen Zentrum der Hochschule Geisenheim auf die Bühne zu gehen und die Idee zu präsentieren.
Im neuen Hörsaal der Hochschule hatten sich rund 130 Gäste sowie die 10-köpfige Jury aus Industrie, Medien, Forschung sowie beruflicher und akademischer Lehre eingefunden, um sich einen direkten Eindruck der Final-Ideen zu verschaffen. Als kleines „Warm-up“ lud Moderator und Gründungscoach Dirk Klinner zu einem kleinen Podium ein. Gemeinsam mit der Gewinnerin der DIC 25, Lisa Pfenning und ihrer Co-Founder Julia Binder sowie Tiago Hofmann, Zweitplatzierter des vergangenen Jahres und Marie Kaiser vom Träger der hessischen Gründungsförderung „Hessen Ideen“ bekamen die Gäste spannende Einblicke in das, worauf Ideenwettbewerbe abzielen: dem Animieren zum Gründen. Beide Podiumsteams haben das eigene Unternehmen fest im Blick. Währen Tiago Hofmann mit „DeVerjus“ bereits gegründet hat, starten Lisa Pfenning und Julia Binder im Juli mit „Gutsbee“ in das Hessen Ideen Stipendium und gehen erste große Schritte.

Nach diesem inspirierenden Einstieg freuten sich alle Gäste im Saal, die neue Ideen kennenzulernen. Neben der Jury war das Publikum ebenfalls aufgefordert, die einzelnen Kreationen entsprechend verschiedener Kriterien nach der jeweiligen Präsentation zu bewerten. Neben der Idee selbst spielten hierbei Aspekte wie Nachhaltigkeit, Marktpotential und Innovationsgrad eine Rolle. Die Jury konnte sich mittels mitgebrachter Proben zusätzlich einen sensorischen Eindruck des Getränks machen. Alle Präsentierenden hatten maximal fünf Minuten zur Verfügung, um mit ihrer Idee zu überzeugen. Danach folgte eine jeweils rund 3-minütige Fragerunde, in deren Verlauf Jury und Publikum zum Produkt aber auch zur Produktion, Vermarktung und anderen Details der Idee auf den Zahn fühlen konnten.
Als erster Präsentator ging der Tiroler Tobias Toff, Masterstudierender der Getränketechnologie auf die Bühne. Der passende Name des Getränks, dass das Eis brechen soll ist „Brave“. Hinter dem Namen verbirgt sich aber vor allem der Mut, ungewöhnliche Zutaten zu einem alkoholfreien Premium-Getränk für die Gastronomie zu vereinen. Dem säuerlichen Verjus aus unreifen Trauben tritt die Süße von Pfirsich entgegen. Das Ganze wird umrahmt von einer leichten Bitternote, die das Getränk durch die Verwendung von Hopfen erhält und die Komplexität erhöht.
Einen ganz anderen Ansatz verfolgten Julian Reuther, Student der Lebensmittelchemie an der Uni Hohenheim und Kilian Götte, Student der Getränketechnologie in Geisenheim. Beide kennen sich aus der gemeinsamen Lehre zum Koch in Baiersbronn. Hier rührt die Liebe zu Lebensmitteln und gleichzeitig die Abneigung zu deren Verschwendung her. Dies war auch Grundbaustein für die Idee von „Bready“ eines „Brototyps“ für eine proteinhaltige Limonade auf der Basis von Brotresten, die mit dem Koji-Pilz fermentiert werden.
Als dritter Kandidat ging dann der Moselaner Sebastian Kettmann mit KeFizz auf die Pitch-Bühne. Auch bei dieser Limonade, die er in verschiedenen Geschmacksvarianten präsentiert wurde, spielte Fermentation eine Rolle. Hier allerdings mit Wasserkefir. Der besondere Twist im Pitch des Studenten der Getränketechnologie war der Zero-Waste-Ansatz durch Weiterverwendung verwendeter Trockenfrüchte in der Verarbeitung zu einem Fruchtaufstrich sowie des Wasserkefirs in einen Fleischersatz. Beides konnten die Jurymitglieder testen.
Das vierte Produkt auf der Bühne der DIC 26 hatte sich zum Ziel gesetzt, neben dem leckeren Getränk aus Matetee, Rosmarin und Limette, mit der Idee der Produktion in vom Konsumrückgang betroffenen regionalen Brauereien zu überzeugen. Kiez-Mate, erdacht von den Geisenheimer Studierenden Erik Stelte, Alexander Schuster und Maximilian Rölle würde somit über eine Art Franchise bestehende Produktionskapazitäten nutzen und gleichzeitig in der betreffenden Region mit einer gehörigen Portion Lokalpatriotismus vermarkten.
Als letzten Wettbewerbsbeitrag präsentierte der Elsässer Louis Schempf seine Liebe zur Natur. Diese vereint sich in „Silvatica“, einem Wald-Tonic aus Fichtennadeln und Hagebutten. Neben der Verwendung natürlicher und gesunder, biozertifizierter Inhaltsstoffe hatte sich Schempf zum Ziel gesetzt mit kurzen Lieferketten und der Verwendung regionaler Rohstoffe zu punkten. Ein Plan, der zumindest einen guten Anteil der Jury und des Publikums erreichte. Am Ende konnte er sich über einen zweiten Platz, noch vor dem Trio von Kiez-Mate freuen, die es ebenfalls aufs Treppchen geschafft haben. Die Preise wurden von Sabine Reggel und Cansel Kiyak vom Verlag W. Sachon sowie Christian Friedel und Marco Brennich von confructa medien übergeben.
Am Ende jedes Wettbewerbs muss ein Teilnehmender besonders strahlen. Bei der DIC 26 war es Sebastian Kettmann mit KeFizz, der Publikum und Jury gleichermaßen überzeugen konnte, in dem er das vielleicht kompletteste Paket aus Produktidee, Marktrelevanz, nachhaltiger Denke und guter Präsentation lieferte, so zumindest die Jurybegründung von Dr. Volker Herdegen von Eckes-Granini, der Kettmann die Urkunde für den 1. Platz als Symbol für 2.000 EUR Preisgeld und die Prototypproduktion am Getränketechnologischen Zentrum in Geisenheim überreichte.






